Jahreskreisfeste

Bewusst leben im Jahreskreis und in Verbindung treten mit dem, was ist -

im Innen und im Außen.

Im Jahreskreis gibt es 8 Feste, 4 Sonnenfeste und 4 Mondfeste, jeweils im Wechsel. Sie stehen für die spezielle Qualität der entsprechenden Zeit im Jahreskreis.

In früheren Zeiten wurden die Feste genau an den Tagen gefeiert, an denen die Gestirne entsprechend standen. Heute sind sie auf ein Datum festgelegt. Bei den Sonnenfesten stimmt das Datum mit dem Stand der Sonne überein. Bei den Mondfesten ist der jeweilige Mondstand mittlerweile meist an einem anderen Tag.


Lichtmess

- christl. "Mariä Lichtmess" (Unserer lieben Frauen Lichtweihe)

- keltisch "Imbolc"

 

Lichtmess am 2. Februar ist ein Mondfest, das des zunehmenden Halbmondes.

 

„Mariä Lichtmess,
spinne vergess‘,
bei Dag ze Nacht gess’.“

-aus dem Pfälzischen-

 

... zur Abendessenszeit ist es schon wieder hell.

Das Licht steht im Mittelpunkt des Festes, das zunehmende Licht als Zeitpunkt der Reinigung, der Initiation der Um- und Verwandlung. Altes streifen wir ab - Neues beginnt, bricht auf, so wie draußen in der Natur die ersten Früblüher aus der Erde hervorbrechen.


Frühjahrstagundnachtgleiche

- christl. Ostern

- kelt./germanisch Ostara

 

FrühjahrstagundnachtGleiche am 21. März ist ein Sonnenfest. Es ist der Zeitpunkt, an dem der Tag genau so lang ist wie die Nacht - ein Zeitpunkt der Balance zwischen den Kräften - und es ist der Frühlingsanfang.

 

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

 

(Eduard Mörike, 1804-1875)


Beltane

- christl. Christi Himmelfahrt (Walpurga)

- keltisch Beltane

- vorchristlich Hexennacht

 

Beltane, Walpurgis oder Hexennacht ist das Vollmondfest im Jahreskreis. Der Mond steht an seinem Höhepunkt, zeigt sich in seiner Ganzheit.

Es ist ein Nachtfest, das heutzutage vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert wird.

Es ist das Fest der Lebenskraft, der Frühlingsgöttin Maia oder Walpurga. Es ist ein Fest mitten in der Zeit der Verkörperung (der Materialisierung) der Kräfte in der Natur.

Es ist ein übermütiges Freudenfest, das nachts unterm Sternenhimmel gefeiert wird.


Sommersonnenwende

- christl. Johanni

- keltisch Litha

 

Die Sommersonnenwende am 21. Juni ist ein Sonnenfest und der Sommeranfang. Es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres.

Die Sonne steht auf ihrem Höhepunkt (und gleichzeitig ist es der Zeitpunkt der Umkehrung).

Wie feiern den längsten Tag des Jahres. Die Natur zeigt sich in voller Kraft.


Kräuterweihfest

- christl. Mariä Himmelfahrt

- keltisch Lughnasadh

 

Das Kräuterweihfest ist das Fest des abnehmenden Halbmondes und wird am 2. August gefeiert. Es ist die HOCH-Zeit der Kräuter und ihre Haupt-Erntezeit. In katholischen Gegenden werden heute noch Kräutersträuße mit bestimmten Kräutern (oft 7 oder 9 verschiedene!) geschnitten und in der Kirche geweiht, um ihre Heilkraft nochmals zu verstärken und zu segnen. Die Sträuße wurden im "Herrgottswinkel" getrocknet und aufbewahrt, um Haus und Hof zu schützen.


Herbsttagundnachtgleiche

- christl. Erntedank

- keltisch Mabon

 

Die HerbsttagundnachtGleiche wird am 23. September gefeiert. Es ist ein Sonnenfest. Der Tag ist gleich lang wie die Nacht. Ausgeglichenheit. Der Herbst beginnt. Wir ernten die Früchte.

Was ist unsere persönliche Ernte aus diesem Sommerhalbjahr? Was haben wir "gesät", vielleicht auch unbewusst? Was ist aufgegangen... und nun reif zur Ernte?


Ahninnen- & Ahnenfest

- christl. Allerheiligen und Allerseelen

- keltisch Samhain

 

Das AhnInnenfest ist das Fest des Neu- oder Dunkelmondes. Es wird in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert.

Halloween heißt eigentlich "der Abend vor Allerheiligen". Es war eines der wichtigsten Feste der Kelten, so wie aller alten Kulturen, bei denen die Ahnen geehrt und ihrer gedacht wurde.

Von jetzt an bis Wintersonnenwende ist die dunkelste Zeit des Jahres.

Die Natur zieht sich zurück und auch wir wenden uns nach innen, halten uns vermehrt in unseren Wohnräumen auf - auch den inneren, den Seelenräumen. So wie die Natur sich nach innen wendet, um dort neue Kräfte für das neue Wachstum zu sammeln, so tun wir das auf unsere Weise.


Wintersonnenwende

- christl. Christi Geburt

- keltisch/germanisch Jul

 

Wintersonnenwende ist der 21. Dezember, der Winteranfang, ein Sonnenfest, die erste Weihe-Nacht. Es ist das Fest des kürzesten Tages und der längsten Nacht des Jahres.

"Wo die Nacht am dunkelsten, da ist der Tag am nächsten."

Wir feiern die Wiedergeburt des Lichtes, des Lebens, zum dunkelsten Zeitpunkt des Jahres. Es ist das Licht in uns, das entdeckt, gefeiert und gewürdigt werden möchte - aber auch das Licht im Aussen, das nun, zwar noch fast unmerklich, aber wieder zunimmt.

Mit der Wintersonnenwende beginnen auch die Weihe-nächte, die Zeit zwischen den Jahren, eine besonders heil-ige Zeit.